Afrotropical Region


Die Afrotropis (= Äthiopis oder Afrikanis) umfasst den Afrikanischen Kontinent von Südafrika bis zur Südgrenze der Sahara, den Süden Saudi-Arabiens den Jemen und Oman sowie Madagaskar, die Komoren, die Maskarenen und die Seychellen im Indischen Ozean. Die Sahara, Ägypten und die Wüstengebiete Saudi-Arabiens gelten als Überlappungsgebiet (= Transitionszone) zwischen der Afrotropischen und der Paläarktischen Region.

 

 

Auf dem Afrikanischen Kontinent sind die Gattungen Clonaria und Paraclonaria mit einer großen Vielzahl verschiedener und schwer unterscheidbarer Arten stark vorherrschend, die oftmals an das Leben in trockenen Gras-Savannen spezialisiert sind. Typische Gattungen der Ostafrikanischen Subregion sind Bactrododema, Paraclonaria, Tuberculatocharax, Ulugurucharax und Phalces. Für die Westafrikanische Subregion sind die Gattungen Bactrododema, Batycharax, Burria, Dematobactron, Phtoa und Zehntneria typisch. In der Südafrikanischen Subregion finden sich die Gattungen Clonaria, Gratidiinilobus, Macynia, Maransis, Bactricia und Phalces (siehe BROCK, 2005), ferner auch einige Arten von Bactrododema (BROCK, 2004). Die Gattung Xylica ist mit derzeit zehn Arten verstreut über nahezu die gesamte südliche Hälfte des Afrikanischen Kontinents verbreitet.

 

Karte: Madagassische Subregion

 

Der Madagassischen Subregion fehlen die meisten typisch afrikanischen Faunenelemente und so zeigt sie eine deutlich engere Verwandtschaft zu der Fauna der Orientalischen und Australischen Region, als zum Afrikanischen Kontinent. Diese durch sehr eigenständige Fauna gut abgegrenzte Subregion zeichnet sich durch ihre große Anzahl endemischer Gattungen und große Diversität aus. Sie beinhaltet außer Madagaskar auch die in der Strasse von Mosambik gelegenen Komoren, sowie die Maskarenen (La Réunion, Mauritius) und Seychellen im Indischen Ozean. Madagaskar selbst ist mit fast 600.000 qkm die viertgrößte Insel der Welt und wird von einem zentralen Hochland (höchste Erhebung: Tsaratanana 2886 m) durchzogen, dem eine schmale Küstenebene im Osten und ein breites Stufenland im Westen vorgelagert sind. Die Ostseite erhält reichlich Niederschlag, so dass sie von tropischem Regenwald bedeckt ist. Im Westen hingegen breiten sich vorwiegend Baumsavannen und Steppen, mit Mangrovenwäldern an den Küsten aus. Die charakteristischen Gattungen Anisacantha, Antongilia, Cirsia, Damasippoides, Heterophasma, Leprodes, Onogastris, Paracirsia, Parectatosoma, Pseudodatames, Pseudoleosthenes, Pseudonogastris, Spathomorpha, Virgasia und Xerantherix kommen ausschließlich auf Madagaskar vor. Auch Achrioptera und Leiophasma sind typische Faunenelemente Madagaskars, aber mit jeweils einer Art auch auf den Komoren vertreten. Die Maskarenen beherbergen ebenfalls mehrere endemische Gattungen, nämlich Apterograeffea, Monandroptera, Raphiderus und Heterophasma. Ausschließlich auf Mauritius kommen die drei merkwürdigen Gattungen Epicharmus, Mauritiophasma und Monoiognosis vor (siehe CLIQUENNOIS & BROCK, 2004b). Die Seychellen haben wiederum eine recht eigenständige Fauna und keine Gattung mit den Maskarenen oder gar mit Madagaskar gemein. Einzelnen Vertreter der Gattungen Carausius, Graeffea und Phyllium zeigen deutliche Einflüsse aus der Orientalischen und Australischen Region. Auf der Insel Rodrigues ist Xenomaches incommodus endemisch, scheint aber ausgestorben zu sein (CLIQUENNOIS, 2007b).