Nearctic Region


Unter der Nearktis fasst man Grönland und den gesamten Nordamerikanischen Kontinent bis zum nördlichen Mexiko zusammen. Aufgrund der engen faunistischen Beziehungen zur Paläarktis, werden beide Regionen auch als Holoarktis zusammengefasst. Allerdings weist die Phasmidenfauna der Nearktis keinerlei nähere Besziehungen zu der Fauna der Paläarktis auf, sondern scheint ausschließlich auf Einflüsse aus der Neotropischen Region (Süd-, Mittelamerika & Karibik) hervorgegangen zu sein. Nur zwei Gattungen (Anisomorpha und Haplopus) sind auch auf den Großen Antilleninseln  vertreten.

 

Die Phasmidenfauna der Nearktis ist mit 66 derzeit bekannten Arten (vgl. ARMENT, 2006) recht bescheiden und beschränkt sich in den USA vorwiegend auf die südlichen Bundesstaaten: Arizona, Kalifornien, Florida, Georgia, South Carolina, North Carolina, Texas, Luisiana, Mississippi, Nevada, Tennessee, Oklahoma, Kentucky und Virginia. Über dieses gesamte Gebiet ist Anisomorpha (Unterfamilie Pseudophasmatinae) mit zwei Arten verbreitet und findet hier zugleich den Verbreitungsschwerpunkt. Stark vorherrschend ist die ebenfalls über das gesamte Gebiet verbreitete Gattung Diapheromera (Unterfamilie Diapheromerinae) mit ihren zwei Untergattungen Ceratites und Rhabdoceratites. Des Weiteren finden sich Angehörige von Manomera, Megaphasma Pseudosermyle und Sermyle (Unterfamilie Diapheromerinae), sowie eine Art der karibischen Gattung Haplopus im äußersten Süden Floridas und auf den Florida Keys (zu Neotropis). Ausschließlich in Grasländern und Savannen anzutreffen sind überdies die zwei Arten der Gattung Parabacillus.
Ganz typisch für die Fauna der südwestlichen USA (Kalifornien, Arizona und Nevada) und hier endemisch sind die 21 derzeit bekannten Arten der merkwürdigen Gattung Timema, deren systematische Stellung innerhalb oder zu den Phasmatodea noch immer umstritten ist.