Palaearctic Region


Die Paläarktis umfasst nahezu den gesamten Eurasischen Kontinent, die Britischen Inseln, den Norden Afrikas bis zur Sahara, Teile Vorderasiens, Ostasien nördlich des Himalaya und des Yangtze Flusses (China), sowie Japan und die Ryukyu-Inseln. Diese Region reicht also vom Atlantik bis zum Pazifik, weist aber trotz ihrer Größe eine recht spärliche Phasmidenfauna auf, die abgesehen von der Gattung Leptynia (Zentral-Frankreich) fast ausschließlich auf die südlichen Gebiete, also die Mediterrane Subregion, Vorderasien, Nordchina und Japan, beschränkt ist. Die Paläarktis wird überdies in vier Subregionen unterteilt: a) Westliche Subregion (= Mediterrane Subregion), b) Südwestliche Subregion (SE-Türkei, Iran, Turkmenistan, Afghanistan), c) Zentrale Subregion (Zentral Russland, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisien, NO-China und Mongolei) und, d) Östliche Subregion (NO-China, Korea und Japan).

 

 

 

In Europa (Mediterrane Subregion) kommen ausschließlich die drei Gattungen Bacillus, Clonopsis und Leptynia mit etwa 15 Arten / Unterarten vor. Länder und Inseln mit nachgewiesenem Vorkommen sind: Portugal, Spanien, die Balearen, Frankreich, Korsika, Sardinien, Italien, Sizilien, Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Türkei, Kreta, Zypern, Syrien, Israel, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko. Ein Nachweis auf Teneriffa (Kanarische Inseln) scheint auf eine versehentlich vom Menschen eingeschleppte Kolonie zurückzugehen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden drei Arten (Acanthoxyla geisovii, Acanthoxyla inermis und Clitarchus hookeri), höchstwarscheinlich mit Pflanzenimporten, aus Neuseeland eingeschleppt und haben sich dank des milden Klimas seither in Cornwall (Südengland) und der Insel Tresco angesiedelt (siehe BROCK, 1991).


Aus Vorderasien (Iran, Afghanistan, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisien und Turkmenistan) sind bisher nur etwa zehn Arten der vorwiegend afrotropischen Gattung Clonaria. Allerdings ist die exakte systematische Stellung dieser Arten noch ungeklärt und so dürften zumindest einige davon Linocerus und/oder Sceptrophasma angehören.
Auch die nördliche Hälfte von China (nördlich des Himalaya und des Yangtze Flusses) gehört zoogepgraphisch zur Paläarktis. Hier kommen einzelne Arten aus den Gattungen Interphasma, Linocerus, Phraortes, Ramulus und Sinophasma vor, die ganz eindeutig enge Beziehungen zur Fauna der Orientalis aufzeigen (siehe HENNEMANN et al., 2008).


In Japan sind die sieben Gattungen Entoria, Phraortes, Micadina, Neohirasea, Pylaemenes, Ramulus und Sipyloidea mit nunmehr 18 bisher bekannten Arten vertreten (vgl. OKADA, 1999).