Megacrania phelaus
(von Bruno Kneubühler)
 

OrdnungPhasmatodea
 
UnterordnungVerophasmatodea 
InfraordnungAnareolatae 
FamiliePhasmatidae Gray, 1835
UnterfamiliePlatycraninae Brunner v. Wattenwil, 1893
TribusPlatycanini Brunner v. Wattenwil, 1893
GattungMegacrania Kaup, 1871
ArtMegacrania phelausWestwood, 1859

 

Allgemeine Bemerkungen

  • ursprünglich von Westwood (1859) als Platycrania phelaus beschrieben
  • 2006 - erste erfolgreiche Zucht von Bruno Kneubühler
  • 2007 - ich habe die Art als Megacrania phelaus an andere Züchter weiter verteilt
  • 2007 - die Zucht auf Mahonia aquifolium ist nicht vielversprechend
  • 2008 - die Zucht auf Bambus ist auch nicht gelunge
  • herzlichen Dank an die folgenden Züchter für ihre Ergänzungen: Mieke Duytschaever

Herkunft

  • mein Zuchtstamm stammt von den Bergen der Central Kwara'ae Province, Malaita (Solomon Islands) und wurde 2006 gesammelt

Weibchen

  • Weibchen sind etwa 11 cm lang und haben gut entwickelte kurze Flügel. Ich habe jedoch keines der Weibchen jemals fliegen sehen. Sobald sie beginnen Eier zu legen, dürften sie dafür auch zu schwer sein - denn dann sind sie recht massig

  • die Färbung bewegte sich bei der 1. Nachzuchgeneration zwischen einem dunklen, fast schwarzen Braun bis hin zu einem hellen Braun. Die Beine sind grünlich bis grünlich-blau, die Flügel orange-braun und die Antennen und Augen orange
  • die Weibchen der nachfolgenden Generationen tendieren zu einer generell dunkleren Farbe als diejenigen der ersten Generation

Männchen

  • Männchen sind etwa 8 cm lang und ihre Flügel sind gut entwickelt (länger als diejenigen der Weibchen). Mit diesen können sie fliegen, machen dies aber nur selten. Und ihr Flug ist mehr ein flatternder Gleitflug denn ein richtig aktives Fliegen

  • sie haben die brillanteren Farben als die Weibchen. Der Körper ist fast schwarz, die Beine grün-blau, und die Flügel, Antennen und Augen ziegelrot

Futterpflanzen

  • die natürliche Futterpflanze für diese Art ist Pandanus. Für die erste Generation hatte ich frische Pandanusblätter im Asienladen gekauft. Diese Pflanze (im besonderen Pandanus amaryllifolius [= P. odorus]) wird in einigen asiatischen Küchen als Gewürz eingesetzt. In Thailand wird dieser Gewürzpandanus „bay toey“ genannt. Während der Aufzucht der ersten Generation ging dies gut. Nachdem die ersten Tiere erwachsen und ersten Eier gelegt waren, war der Pandanus aus dem Laden aber plötzlich vergiftet. Alle Tiere sind über Nacht gestorben – zum Glück hatte ich bereits ein paar Eier. Es ist also damit zu rechnen, dass der Pandanus aus dem Asienladen öfters vergiftet ist !

  • für die 2. Generation bekam ich Pandanusblätter aus einem Tropenhaus. Du bekommst vielleicht auch Pandanus aus einem Tropenhaus, botanischen Garten  oder Zoo in Deiner Nähe

  • ansonsten kannst Du Dir auch Deine eigenen Pandanuspflanzen aus der Gärtnerei besorgen. Dabei muss aber davon ausgegangen werden, dass generell alle Pflanzen aus Gärtnereien vergiftet sind ! Dabei handelt es sich oft um systemische Pestizide, die in die Blätter eindringen und NICHT abgewaschen werden können. Pestiziderückstände auf Pflanzen können für eine sehr lange Zeit wirksam sein. Ein von mir im Handel gekaufter Pandanus (P. veichii) war selbst nach 1,5 Jahren noch giftig für die Tiere !
  • Weiter ist zu beachten, dass Pandanus relativ langsam wächst und die Tiere fressen nicht gerade wenig davon (und gehen eher verschwenderisch damit um - um es gelinde auszudrücken)
  • ich konnte weitere Pflanzen finden die sie fressen – Mahonia aquifolium, Schilf, Bambus und Palmenblätter (Chrysalidocarpus lutescens)
  • Mahonia als Futterpflanze:
    M. aquifolium ist eine recht häufige Gartenpflanze und sie ist immergrün. M. phelaus Larven beginnen gut auf M. aquifolium zu fressen, trotz der sehr harten Blätter. Aber es scheint schwierig zu sein sie darauf erfolgreich aufzuziehen. Bis anhin sind bei verschiedenen Züchtern die meisten Larven gestorben – vorallem während der Häutung. Dies obwohl die Luftfeuchte sehr hoch gehalten wurde. Momentan weiss ich nur von einer guten Züchterin (Mieke Duytschaever), die schaffte adulte Tiere ausschliesslich auf M. aquifolium grosszuziehen.  Hier ist ihr ausführlicher Bericht (auf Englisch)
    Auf Grund dieser Erfahrungen scheint es momentan fraglich ob diese Art erfolgreich auf M. aquafolium gezüchtet werden kann.
  • Bambus - leider hat sich Bambus nicht als gute Ersatzfutterpflanze erwiesen. Zwar konnte ich einige normal grosse und gefärbte Männchen auf Bambus heranziehen. Aber kein Weibchen erreichte das adulte Stadium nur mit diesem Futter

Eier

  • grosse Eier – 10 mm lang, 4 mm weit, 3 mm hoch

  • Farbe: dunkles grau-braun

Bemerkungen zur Zucht

  • eine wunderschöne Art deren Futterpflanze Pandanus eher schwieriger zu beschaffen ist. Deshalb kann die Art momentan nur dem erfahrenen Züchter empfohlen werden
  • die Inkubation der Eier erfolgt auf feuchtem Sand. Springschwänze können zur Kontrolle von Schimmel eingesetzt werden.
    Die Inkubationstemperatur liegt bei etwa 18 – 25 °C
  • Larven schlüpfen in der ersten Generation nach einer Inkubation von etwa 5-6 Monaten. Bei den nachfolgenden Generationen scheint sich die Inkubationszeit aber etwas zu verkürzen
  • Wichtig - Larven können im Wasserbecher für die Futterpflanzen ertrinken, dieser sollte deshalb gut abgedeckt werden (zB mit Baumwoll-Watte)
  • dagegen ertrinken die adulten Tiere nicht mehr - wenn der Wasserbecher genügend weit ist damit sich die Tiere noch drehen können. Sie sitzen sogar während des Tages halb untergetaucht im Wasser, und nur der Thorax ragt noch aus dem Wasser heraus
  • auf Pandanus wachsen die Larven ohne weiter Probleme heran

  • ich verwende einen luftigen Käfig, dessen Boden mit Papiertücher bedeckt ist. Diese werden ständig feucht gehalten

  • Wasser sprühe ich keines in den Käfig, weder für die Larven noch die adulten Tiere

  • die Aufzucht erfolgt bei Raumtemperatur 18 – 25 °C

  • Männchen machen die Adulthäutung nach etwa 3,5, die Weibchen nach etwa 4,5 Monaten. Da die Männchen eine Häutung weniger durchmachen, sind schneller erwachsen

  • Männchen sitzen die ganze Zeit auf dem Rücken eines Weibchen. Dieses verlassen sie (wenn überhaupt) nur wenn es noch weitere „unbesetzte“ Weibchen im Käftig hat.
    Männchen ohne Weibchen werden manchmal versuchen sich ein bereits besetztes Weibchen zu ergattern. Dann kommt es zu einem Ringen zwischen den beiden Männchen – mit wildem Strampeln der Beine und sie versuchen sich dabei sogar in die Beine zu beissen.
    Des öfteren hört man auch wie die Männchen aufgeregt mit den Vorderbeinen auf die Unterlage trommeln. Dieses Trommeln ist gut hörbar und dient wohl der Warnung von Widersachern.
    Aus diesen Gründen sollten nicht mehr Männchen als Weibchen in den Käfig gesetzt werden, sonst sind diese ein wenig gestresst. Ansonsten sind es aber friedlich Kreaturen

  • die Larven und die adulten Tiere können ein Wehrsekret versprühen, das in den Augen stark brennt. Dessen Wirkung lässt nach einigen Minuten nach und hinterlässt keine bleibenden Schäden
    Deshalb ist Vorsicht geboten beim Umgang mit diesen Tiere

  • 3 Wochen nach der Adulthäutung beginnen die Weibchen mit der Eiablage – ungefähr 8 pro Woche. Diese lassen sie einfach auf den Boden fallen

  • hat man ungiftigen Pandanus – dann ist es eine einfache und sehr interessante Art.........

Quellenangaben

  • Phasmida Species Files  (www.phasmida.orthoptera.org)

 

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